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Gustav Freytag - Die Ahnen

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Gustav Freytag - Die Ahnen

  • Название:
    Die Ahnen
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    Array Иностранный паблик
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    неизвестен
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Der Sänger hielt an, ein lautes Stöhnen ging durch die Versammlung, nur einzelne Heilrufe erklangen dazwischen; der Fürst hörte gespannt auf die Ausbrüche des Schmerzes und der Freude. Dann fuhr Volkmar fort, indem er die Trauerklänge mit kräftiger Weise vertauschte: »Der Cäsar trat an den Uferrand und sah lachend hinab in der Männer Not. Er rief seinem Bannerträger, der den Drachen trug, das rote Scheusal aus Purpur gewirkt, darin ein Gott der Römer gefügt den Siegeszauber, den Tod der Feinde: ›Laß schweben den Drachen über der Flut, daß er seine Zähne zeige und die flammende Zunge dem sterbenden Volke. In der Luft hoch fliegt er gegen die Himmelshalle der Toten, wenn sie aufsteigen auf der Wolkenbrücke, so weist er die Zähne; der Römerdrache hemmt ihnen die Reise, daß sie abwärts fahren den Weg der Fische, hinab in das Dunkel zu Helas Tor.‹ Da rächte den Hohn der letzte Held, der mit den Waffen die Römer bestand, Ingo, Ingberts Sohn von Vandalenland, der Königsohn aus Göttergeschlecht. Er hatte gekämpft an König Athanarichs Achsel, voran im Kampfe, ein Schrecken der Römer. Da das Schlachtenglück sich wendete, schritt er zurück mit seinem Gesinde, das ihm folgte auf dem Kriegspfad von Land zu Land, langsam und zornig wie ein brummender Bär wich er zum Ufer, wo am Fuß des Felsens die Kähne lagen. Dort trieb er zusammen die Frauen des Heers, die Schicksalsverkünderinnen, die Blutbesprecherinnen, und zwang sie zur Abfahrt, daß die heiligen Mütter dem Schwerte der Römer entrannen. Auch den Sänger drängte er hinab in den Kahn und er selbst umschanzte hochherzigen Sinnes die Stelle der Abfahrt mit Waffe und Leib. Gelöst war das Leitseil, die Kähne schwebten, umschwirrt von den Speeren der Römer auf grüner Flut; die Feinde drängten und mühsam kämpfte die Schar am Fuß des Felsens den letzten Kampf. Da schaute der Held auf dem Steine über seinem Haupt den Drachen des Cäsar, den grimmigen Wurm, und im Sprunge durchbrach er die Wachen des Römers; er sprang auf den Stein, mit Bärengriff faßte er den Riesen, der das Banner trug, und warf ihn vom Felsen. Leblos tauchte in die Fluten der Römer und das Banner erhebend rief der Held gewaltig den Schlachtruf und sprang mit dem Drachen hinab in den Strom. Ein Wutgeschrei gellte aus Römermunde; die bittere Schmach vor den Augen des Cäsar zu rächen, den Kühnen zu schlagen, das heilige Zeichen der Römer zu retten, warf Mann und Roß sich wie toll in den Strom. Doch abwärts trieb im wirbelnden Strome der rote Drache, der siegreiche Held. Noch einmal sah ich den Arm ihn heben und schütteln das Banner, dann sah ich ihn nimmer. Der Cäsar ließ suchen an des Stromes Rand auf beiden Ufern mit trübem Sinn; zwei Tage darauf fand weit abwärts ein Späher am Alemannenufer gebrochen den Bannerspeer, den Drachen des Feindes brachte keiner zurück. Da kehrte den Männern an den Ufern des Rheins der Mut in die Seelen, der Siegeszauber des Cäsar war im Strome verloren und vergeltendes Unheil nahte dem Römerheere. Gesandte der Katten, die aufwärts kamen, um dem Römervolk Bündnis zu bieten, sie hemmten die Reise, da sie erfuhren das böse Vorzeichen. Gerochen war der Hohn des Siegers durch starken Arm, und geschwunden von der Männererde König Ingo, der Held.«

Der Sänger schwieg und beugte das Haupt über das Saitenspiel, still war es in der Halle, wie nach einer Totenklage, die Augen der Männer glänzten und in den Gesichtern arbeitete die Bewegung. Aber in keinem mehr als in dem des Fremden. Da der Sänger eintrat und im Vorübergehen sein Gewand berührte, hatte er das Haupt niedergebeugt und, wie sein Nachbar Wolf ohne Freude wahrnahm, an dem Bericht des Sängers weniger teilgenommen, als einem Krieger schicklich war, und die Bankgenossen hatten auf ihn gewiesen und spottende Worte getauscht. Als aber der Sänger von dem Kampf um das Drachenbild begann, da hob er das Antlitz, ein rosiges Licht flog über seine Züge und so strahlend und verklärt war der Blick, den er nach dem Sänger warf, daß, wer auf ihn sah, die Augen nicht abwenden konnte, wie ein Goldschein hob sich das helle Lockenhaar um das begeisterte Antlitz. Und als der Sänger schwieg, saß er noch unbeweglich.

»Sieh dorthin, Volkmar«, rief eine tiefe Frauenstimme vor Bewegung zitternd, und alle Blicke folgten der Richtung, nach welcher die Hand Irmgards wies, die hoch aufgerichtet in der Laube stand.

Der Sänger fuhr empor und starrte nach dem Fremden: »Der Geist des Stromes gab den Helden zurück«, rief er entsetzt, doch gleich darauf sprang er vor: »Selig ist der Tag, an dem ich dich schaue, Held Ingo, Ingberts Sohn, du mein Retter, der letzte Kämpfer in der Alemannenschlacht.«

Die Gäste fuhren von ihren Sitzen, die Halle erdröhnte vom Jubelruf. Der Sänger stürzte auf Ingo zu, beugte sich auf seine Hand und rief: »Leibhaftig halte ich dich. Niemals ward meinem Liede so schöner Lohn.« So führte er den Fremden an den Tisch des Fürsten, der ihm mit nassen Augen entgegeneilte: »Gesegnet seist du, heldenhafter Mann, heut fällt mir schwere Last vom Herzen, ich wußte wohl, nicht läßt sich bergen des Helden Ruhm. Sei gegrüßt in meinem Hause, du Gastfreund aus der Väter Zeit. Rückt den Sessel, Knaben, daß der Fürst sich den Edeln meines Volks geselle. Trage Wein herzu, Schenk; im Festbecher, mit dem Römertrank aus Römergolde trinken wir Heil dem königlichen Helden, dem Sohn unserer Götter.«

3. Offene Herzen

Am frühen Morgen schritt Irmgard durch das tauige Gras dem Walde zu. Weißer Nebel wallte am Boden und hing wie Gewand der Wassergeister um die Bäume. Aus dem Dampf der Wiese hob sich die helle Gestalt der Jungfrau, sie sang und jauchzte mit geröteter Wange und langflatterndem Haar, selig im Herzen; so fuhr sie durch die wirbelnden Wolken dahin einer Göttin der Flur vergleichbar. Denn sie hatte gehört und geschaut, was Heldentum heißt und was den Mann emporhebt aus den Schrecken des Todes in die Gesellschaft der hohen Götter; alle Landgenossen hatten sich vor der Heldenkraft des einen geneigt, der ihr heimlich gefiel und vertraulich war wie kein anderer. Sie stieg den Bergweg hinauf bis zu der Stelle, wo die Halle des Vaters hinter dem Baumlaub verschwand; dort stand sie allein zwischen Wald und Fels, unter ihr rauschte der Gießbach, über ihr schwebten die Lichtwolken des kommenden Tages. Sie trat auf den Stein und sang dem Felsen und dem rauschenden Wasser die Weise des Sängers und die Worte des Liedes, die sie in der Halle gehört. Sie kündete freudig, was ihr von der Kunst des Volkmar im Gedächtnis haftete, und als sie zu dem Sprung in den Rhein kam, gefiel er ihr sehr, sie sang in der Begeisterung: »Ihr klugen Vögel auf den Bäumen, Boten der Götter, und ihr kleinen Elbe unterm Farnstrauch, hört es noch einmal.« Und sie wiederholte die Worte. Und als der Held zuletzt im Strome verschwand, wurde ihr sein Verschwinden traurig, und da sie ein sinnvolles Weib war, so ergoß sich ihre Bewegung in neuen Worten und sie sang noch eine Klage des Sängers. Über dem Rufen der Waldvögel und dem leisen Klingen des Bergquells tönte das Lied des jungen Weibes mächtig vom Felsen zurück.

Da rollte in ihrer Nähe ein Kiesel zum Bach, sie sah zur Seite und erkannte abseit eine Gestalt, die eingehüllt in das luftige Gewebe der Nixen unter ihr an einem Baumstamm lehnte; der Held, dessen Ehre sie dem Walde verkündet, stand leibhaftig in ihrer Nähe, und als sie erschrocken zurücktrat, vernahm sie seine bittende Stimme: »Singe weiter, o Jungfrau, daß ich aus deinem Munde höre, was glücklich macht. Lieber als alle Kunst Volkmars ist mir der Ton aus deiner Kehle. Denn als der Sänger sang und die Halle vom Zuruf der Männer dröhnte, da dachte ich immer an dich und die stolzeste Freude war mir, daß du die Kunde vernahmst.«

»Im Schrecken über deinen Anblick schwinden die Worte«, antwortete Irmgard und suchte sich zu fassen, als er ihr näher trat. »Unter dem Holunderbaum war ich mutiger, dich anzureden,« fuhr sie endlich fort, »doch auch damals bedurftest du, o Held, wenig meines Rates, und wenn ich daran gedenke, muß ich mich über meine Torheit wundern; verspotte du mich darum nicht. Denn geradeaus geht die Rede unter uns Waldleuten und einfältig sind unsere Gedanken. Mir aber tut weh, daß du zweimal aus meinem Munde gehört hast, was du schon weißt; hätte ich dich gekannt wie du bist, so hätte ich meine gute Meinung ehedem dir besser verborgen und auch heute bedrückt mich die Scham, weil du mich belauschtest.«

»Verhehle mir nicht, Irmgard,« flehte der Gast, »wenn du huldvoll gegen mich gesinnt bist, denn glaube mir, selten hört ein Gebannter herzliche Rede aus dem Mund einer guten Frau. Auch wenn der Sänger ihn preist und der Wirt ihm zutrinkt, dennoch steht er ausgeschlossen vom Geschlecht und der Freundschaft; schwerlich gewährt dem Güterlosen ein ansehnlicher Mann seine Tochter als Ehegemahl und keine Söhne läßt der Flüchtling auf der Erde zurück, die seiner Taten sich rühmen.«

Irmgard sah ernsthaft vor sich nieder.

»Du aber,« fuhr Ingo fort, »dulde, daß ich dir bekenne, was ich Geheimes auf der Seele trage. Verachtest du mein Vertrauen nicht, so sitze hier auf dem Stein, damit ich dir‘s künde.«

Irmgard saß gehorsam nieder, der Mann stand vor ihr und begann: »Vernimm, was mir nach der Alemannenschlacht geschah: Die Sterne schienen, ich lag todmüde am kiesigen Ufer des Stromes, das rote Band des Römers um den kraftlosen Arm geschlungen, der Nachtwind stöhnte die Totenklage, die Wellen rauschten, kalt war der Leib und betäubt das Hirn. Da neigte sich ein gramvolles Antlitz über mich, die Schicksalsverkünderin war es der Alemannen, ein weises Weib, die Vertraute der Götter. ›Dich suche ich, Ingo, unter den Leibern der Männer, daß ich dir dein Leben bewahre, wie du mir das meine.‹ Sie zog mich vom Ufer empor, bedeckte die Glieder mit warmer Hülle und bot mir heilkräftigen Trank; darauf riß sie den Langspeer vom fremden Banner und warf betend den zerbrochenen Stab zurück in den Strom. Im Waldesdickicht barg sie den Müden und saß bei dem Lager wie eine Mutter Nacht und Tag. Beim Abschied ergriff sie das Purpurzeichen und sprach: ›Hier weise ich die Fäden, die dein Schicksal lenken, die Götter lassen dem Helden die Wahl. Wirfst du von dir den Zauber, den Römer gesponnen, so magst du altern in friedlicher Stille, verborgen im Volke, geduldig im Leben und schicksalsfrei. Doch bewahrst du das Purpurbild mit tückischen Augen und feuriger Zunge, dann singt wohl unter den Kriegern der Sänger dein Lob, gewaltig lebt dein Gedächtnis bei andern; doch fürchte ich, der Drache verbrennt dir dein Glück und den Leib. Wähle jetzt, Ingo, denn die Götter teilen dem Mann sein Schicksal nach seinen Gedanken, und aus seinen Taten fallen die Lose, die schweren und leichten, wie er geworfen, so wird sein Geschick.‹ Da sprach ich: ›Längst, liebe Mutter, warfen die Götter und die Taten der Ahnen mir mein Erdenlos, von den Göttern kam ich zur Menschenerde, ruhmloses Dehnen auf weichen Fellen vermag ich nicht zu küren, du weißt es ja selbst; im Vorkampf mit meinen Genossen zu schreiten, die Männer der Erde hinaufzuführen zum Wolkensaal der Helden, das ist mein Amt. Bin ich auch ein Fremdling bei fremden Geschlechtern, ich fürchte dennoch den weisenden Finger der Schicksalsfrau, mit festem Herzen will ich unter den Helden schreiten, meinem Mannesmut will ich fröhlich vertrauen. Bringt auch Haß mir der Drache: der Ruhm schafft Freunde, nimmer berge ich mein Haupt vor dem Licht der Sonne.‹

Da nahm die Mutter den Purpur zur Hand, sie trennte die Häupter des Drachen vom gewundenen Leibe, die Häupter behielt sie, das Gewebe des Leibes warf sie in die Flamme des Herdes. ›Vielleicht löse ich so das drohende Unheil von deinen Tagen‹, sprach sie am Herde. Die Flamme schlug hoch auf, mißfarbiger Qualm erfüllte den Raum, sie stürzte hinaus und riß mich ins Freie. Dann band sie die Häupter mit biegsamer Weide, knüpfte die Knoten, raunte das Lied und bot mir den Bund in lederner Tasche, damit ich ihn heimlich vor jedem bewahre. ›Es schützt vor dem Wasser, nicht wahrt‘s vor dem Feuer, dein Leben befehle ich in der Götter Hut.‹ So wies sie mich nordwärts mit Reisesegen.



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